März 2018

Fastenzeit

Und es begab sich, dass ein Blinder sich verirrte
Durch goldene Pforten in der Hesperiten Garten,
Betört von wohlig klingenden Gesängen,
Sieh hin! Schau Her!
Was unter der Sonne Kraft so funkelnd vor dir lacht.

Am Ort an dem die Quellen nie versieben,
stößt lieblich zarter Hauch
die Worte der Versuchung aus
und trifft auf taube Ohren, harter Brauch,
enthaltsam, von nun an nicht zu lieben.

Nach einem Tag und einer Nacht,
den Samen sicher an sein Ziel geschafft,
Geht auf die Knie er nieder
Inmitten ewig blühender
Wiesen
Und gräbt ein Loch.
So möge doch
Ein endlich Keim hier für ihn sprießen.

Und um die Saat zu wässern, folgt er nun dem Rauschen,
Aus dem verwunsch‘nen Weiher streift die Nymphenhand
Um am Schopfe ihn zu packen,
Unentwegt, dem Pfade treu
Versagt er ihrem Zauberbann
Und schöpft drei Tropfen
Sobald zurück, beginnt er neu.
und bringt die nächsten Drei heran.

40 Tage lang.

In stummer Frömmigkeit,
Kein Wasser er getrunken,
Durstend nach der schönsten aller Blüten.

Und es begab sich, dass ein Finder unbeirrt
Durch goldene Pforten verlässt der Nymphen Wundergarten,
Gesäumt von zartesten Geränken.
Sieh hin! Schau her!
Was ohne seiner Augen Kraft so blühend er gebracht.

Ein Opfer
Dir zu zeigen
Ihr Kopf, er soll an deiner Stelle
sich in Endlichkeit
verneigen.

Kenneth Koslowski

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